Noggin Bulb

Review: Peter Broderick - How They Are

>> Dienstag, 11. Oktober 2011

Peter Broderick ist längst kein Unbekannter mehr und ist nun schon seit ein paar Jahren aus meinen Playlists kaum mehr wegzudenken.
1987 erblickte er im nordost-amerikanischen Maine das Licht der Welt und ist für seine eigenen Werke wie "Music for falling from trees" und "Home" dem ein oder anderen durchaus bekannt. Beide Alben sind ein schönes Beispiel für seine musikalische Vielfältigkeit und Brillanz. Während ersteres wunderbare neo-klassische Stücke enthält, kommt bei letzterem eher der Songwriter Peter Broderick zur Geltung. Wie auch im vorliegenden "How they are", Broderick`s letztem Album, welches bereits Ende letzten Jahres auf Bella Union erschienen ist.



Das Album startet mit nichts außer Peter`s grandioser Stimme, die gleich offenbart, zu welch unterschiedlichen Facetten sie fähig ist. Später gesellt sich erst das Piano dazu. Die Worte "All we need is a little sunshine" kommen über seine Lippen und lassen auch bei dunklen Wolken vor dem Fenster zumindest ein paar Strahlen ins Herz. Wunderbar tiefgreifend geht es also los. Wer Melodien braucht, damit das Herz strahlt, für den ist Song Nummer zwei mit dem erfrischenden Titel "Human eyeballs on toast" genau das richtige. Klingt lecker, ist es auch! Weiter geht`s anschließend in nun schon gewohnter Manier: Melancholische Töne aus dem Piano oder der Gitarre, hin und wieder begleitet von Peter Broderick`s beruhigender, einfühlsamer Stimme. Auffallend ist, wieviel Wert Peter auf die musikalische Untermalung legt. Oft ist die Stimme nur Begleitwerk, "When I`m gone" und "Pulling the rain" kommen gleich ganz ohne aus. Den würdigen Abschluss dieses sagenhaft schönen Albums bildet dann "Hello to Nils", geprägt von vielen Freunden und gleichzeitig vielen Abschieden, Flughäfen und Ländern. Heute hier, morgen da. Klingt nach Touralltag.
Zusammenfassend bleibt ein schönes Album, perfekt für einen herbstlichen Sonntag im Bett, wo sich draußen grau und grau abwechseln, hin und wieder durchbrochen von bunten Blättern, die zu Boden fallen und sich dort mehr und mehr auftürmen. Und so wird auch "How they are" mit jedem Hören immer besser und zählt so mittlerweile zu meinem liebsten Album von Peter Broderick. Schon bald steht übrigens schon neues ins Haus. So erscheint Ende November "Music for Confluence", das eher wieder im New Age-Genre anzusiedeln ist.

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Sigur Rós - Inni (Update)

>> Donnerstag, 11. August 2011

Was dürfen wir hier wohl erwarten? Die grandiosen Fünf von der Insel mit den bösen Vulkanen haben auf ihrer Website ein Video veröffentlicht, das zu Spekulationen animiert. Eine Live-DVD, die seit einer Weile im Raum steht? Oder gar ein neues Album? Man darf gespannt sein.




Mittlerweile ist auch längst klar, um was es sich bei "Inni" handelt. "Inni" ist der quasi Live-Nachfolger der überragenden und umwerfenden Tourdokumentation "Heima", die vor knapp vier Jahren das Licht der Welt erblickte und mich persönlich zu Sigur Rós brachte.
"Inni" ist nun eine Live-DVD, zu der zeitgleich auch ein Live-Album auf zwei CDs veröffentlicht wird. Der Film enthält neun Titel der letzten Alben. Nur der letzte Titel sagt mir persönlich nichts, schon gar nicht wie er ausgesprochen wird. Noch weniger, wo ich den letzten Buchstaben auf meiner Tastatur finden soll. Die Titelliste gibt es hier, genau wie Möglichkeiten zum Vorbestellen der zig verschiedenen Versionen, sei es für Liebhaber des schwarzen Goldes in Form von Vinyl oder den digitalen Liebhabern, die ihre Musik nur noch mit iPod und Co konsumieren. Erscheinen tun alle Versionen am 07.11. Sollte man sich vormerken.

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Album des Jahres?

>> Donnerstag, 9. Juni 2011

Das Jahr ist noch nicht zur Hälfte vorbei, aber ich befürchte, dass meine Entscheidung bereits gefallen ist. Ich wollte mir selber ein paar Wochen Zeit geben bis ich ein ausführliches Review verfasse. Und wie beim ersten Album hat es nämlich auch hier drei Anläufe gebraucht, um mich vollends zu überzeugen. Aber um was geht`s überhaupt? Auf Grund der letzten Einträge dürfte das eigentlich keine Frage sein. Aus dem Quintett ist mittlerweile ein Sextett geworden. Und nach dem selbstbetitelten ersten Album steht jetzt mit "Helplessness Blues" endlich der Nachfolger ins Haus. Richtig, es geht um die wunderbare Neo-Hippie-Band Fleet Foxes.

Die (teilweise) bärtigen Amis haben sich eine Weile Zeit gelassen für ihr Follow-Up, aber sie haben damit - das darf man vorweg nehmen - magisches geleistet. Von vorne bis hinten begeisternd, von vorne bis hinten umwerfend. Mit "Montezuma" geht`s los, sphärische Gitarrenklänge, Robin Pecknold`s Gänsehautstimme begleitet vom mehrstimmigen Chor im Background lassen erahnen, dass das wieder eine große Nummer wird. Weiter geht`s mit "Bedouin Dress" und "Sim Sala Bim" im orientalischen Gewand. In "Battery Kinzie" wird`s erst fröhlich und stimmgewaltig. Der erste von zwei Doppeltiteln schaltet dann erst einen Gang runter, es gibt zwei Minuten lang instrumentale Klänge, die sich immer weiter hochschaukeln bevor der wunderbare Gesang anfängt mitzumischen und zu übernehmen. "Helplessness Blues" ist als erste Singleauskopplung bereits bekannt und auch die folgenden "Lorelai", "The Cascades", "Someone you`d admire" klingen einfach nach Fleet Foxes. Wäre hier Schluss, wäre das Album schon eine Sensation. Aber es ist nicht Schluss. Es kommen noch drei Highlights. "The Shrine/An Argument" startet Fleet-Foxes-typisch und so singen die Foxes gedankenverloren "Apples in the summer are gold and sweet" und erinnern an die goldenen 60ies und 70ies, die ich zwar selber nicht erlebt habe, die aber dazu einfach passen müssen. Zum Ende hin steigert sich das ganze in einem orchestoralen Ausbruch, der im chaotisch anmutenden Saxophon seinen Höhepunkt findet. Die vorletzte Nummer "Blue spotted Tail" ist bereits seit knapp zwei Jahren in meiner Playlist zu finden, aufgenommen bei einem Live-Konzert von Pecknold Mitte 2009. Und sie ist mein persönlicher Höhepunkt. Beruhigend, einfühlsam, sensibel und gleichzeitig zerbrechlich wirken die zarten Klänge von Gitarre und Pecknold`s Stimme hier. Wahrlich magisch. "Grown Ocean" geht am Ende der Platte dann nochmal ganz andere Wege und reißt mit seinem schnellen Takt und seiner in Worte gepressten Fröhlichkeit einfach mit und mit der letzten Zeile "Wide eyed leaver, always going" werden wir in die Wartezeit auf das nächste Album entlassen. Nicht ohne eine Prise Wehmut.
Aber Ende Mai stand ja noch die kurze Deutschland-Visite der Fleet Foxes an. Am 25.05. gab man sich in Berlin die Ehre und einen Tag später im Rahmen des Musiksommers in Dachau in der Nähe von München. Und wer das verpasst hat, dem sei diese Kostprobe nicht vorenthalten.


Live einfach ein Erlebnis. Robin Pecknold`s Stimme wechselt von flüsterleise auf Oppositionslautstärke und er trifft wirklich jeden Ton.
Zum Schluss noch ein kurzes Fazit? Eigentlich braucht es das nicht. Ich habe es ja am Anfang schon geschrieben. Schlicht und einfach magisch.

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